Michael Jackson


Spacer June 26th, 2009
Spacer Laboratory


Es war im Spätsommer 1987 und mein Freund Maik und ich waren mit unseren Drahteseln unterwegs, um den Landkreis zu erkunden, in dem wir lebten. Mein Freund Maik und ich waren viel mit dem Fahrrad unterwegs. Mal fuhren wir zum stillgelegten Steinbruch, mal zum Bismarckturm, mal zur verlassenen Gasoline und wenn Manöver war und schwere, amerikanische Panzer durch die Dörfer rollten, traten wir in die Pedale und fuhren in die nahe gelegenen Wälder, um das militärische Gerät zu bestaunen, dessen technische Daten wir während unzähliger Runden Quartett auswendig gelernt hatten. Wir waren Dorfjungs, wie wir Dorfjungs nicht besser hätten sein können. Was interessierte uns die Welt, die jenseits des 20 Kilometer Radius lag, welchen wir mit unseren Fahrrädern erreichen konnten? Genau: Gar nicht!
Auf einer unserer Erkundungstouren in diesem Spätsommer führte unser erster Weg aber nicht in die Feldmarkt oder zu einem Baggerloch. Wir fuhren ins Nachbardorf, um im dort gelegenen Supermarkt unser kleines Taschengeld gegen große Batterien zu tauschen, denn Maik hatte etwas geschenkt bekommen.
Dieses Geschenk brauchte den Saft aus acht tonnenschweren Batteriemonstern, wenn es seine Wirkung entfalten sollte und diese galt es zu besorgen. Denn auf meinem Gepäckträger war der Kassettenrekorder meiner Schwester festgeschnallt und im Kassettenfach wartete Maiks Geschenk - Michael Jackson „Bad“ - und ich hatte keine Ahnung.
Den Kassettenrekorder frisch beduracelt, radelten wir los. Durch das Dorf, zur Sportanlage, durch den Wald und hinter meinem Rücken rockte sich Michael die Seele aus dem Leib.

AEOW!

Maik hatte sich das Album natürlich schon 200mal auf der heimischen Kompaktanlage der Eltern angehört und wusste ganz genau, warum er dieses mal unseren Ausflug mit Musik untermalen wollte. Für mich war es einfach nur Musik. So wie alles andere, was tagtäglich aus dem Radio dudelte oder bei meiner Schwester auf der Anlage lief.
Ich war nicht Pop, ich war kein Fan. Ich war 10 und wenn ich mit Lego Technik spielte, liefen dazu irgendwelche Hörspielkassetten im Hintergrund. Die einzige Musik, die in meinem Leben stattgefunden hatte, war einmal die Schlumpfhitparade gewesen. Aktuelle Hits vorgetragen mit gepichten Stimmen und im Hintergrund murmelte sich Vater Abraham den Bart fusselig. Von Pop so weit entfernt, wie die Erde von der nächsten Galaxie. Und das ist sehr weit.

Es war im Forst. Und auch wenn ihr es mir nicht glaubt, ich könnte euch noch heute genau die Stelle im Wald zeigen, wo es passierte. Rechts ab vom Hauptweg und dann runter zum Bach. Der Weg dahin war zwar gut ausgetrampelt aber von so vielen Ästen verhangen, dass wir absteigen mussten, um unsere Fahrräder durch das Gehölz zu schieben. Und die Musik von meinem Gepäckträger, die gerade noch vom Fahrtwind zerissen wurde, erreichte nun klar und laut mein Ohr.

I just can´t stop loving you wurde gekonnt von Quincy Jones ausgeblendet, Pause, ein metallischer Gong, Geräusche wie in einem Raumschiff, Leute schreien und dann hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben Dirty Diana.

Und zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich Fan.

How I feel today


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In a book


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